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OPERA  of  TIME

   

URAUFFÜHRUNG / ERÖFFNUNG

Donnerstag  12-09-2019

 

MUSIKTHEATERTAGE WIEN 2019

WUK

A wild Party – oder der Ball der Zeit

a neuromantic protocoll and requiem of humanity

   

19:30

 

Währinger Str. 59

1090 WIEN

 

Eine interaktive Medien-Oper von den Grenzen des Surrealen bis zu den Grenzen der Zeit - zum Stand der Dinge unserer Gegenwart und der Weltwahrnehmung der gegenwärtigen Menschheit, im Kontext der Digitalisierung aller Lebensbereiche und der Zeit - dem sich relativierenden Maß der Dinge.

 

   

Weitere Aufführungen:

 

Freitag     13-09-2019                                        21:00

Samstag  14-09-2019                                        21:00

 

Tickets unten: http://www.mttw.at/tickets.html

und ab sofort in der Ticket Gretchen App: https://ticketgretchen.com/events/wien/wien/wuk/opera-of-time-3200/

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A Clifford torus in the 4th dimension
   

Dieses Stück Zeit wird von den Anwesenden in

>Real Time<  geschrieben.

 

Die Medien-Oper spielt in einer Installation aus projiziertem Licht und synchronisierten Soundclustern, die Zeitabläufe in sich ständig leicht verändernden Schleifen reproduziert und das anwesende Publikum in live-Ton und Bildaufzeichnungen in die Abläufe integriert.

 

In der interaktiven Medieninstallation inszeniert Thomas J. Jelinek ein surreales Fest der Zeit, als Party melancholischer Ausgelassenheit. Eine kurze Geschichte der Zeit, mit den gesellschaftlichen, sozialen und individuellen Folgen seiner Taktung in Nanosekunden, entrollt sich, in Zeitsprüngen und sich ständig wiederholenden Loops.

 

Die Musik-Komposition von Jorge Sánchez-Chiong folgt der Physik und entwickelt immer neue Stimmen aus den Interferenzmustern, der aus den Loops entstehenden Zeitüberlagerungen.

Die resultierenden Sound-cluster strukturieren sich, mit der Performance der einzelnen, scheinbar unabhäng voneinander, in kommunikativem Aktionismus, agierenden Protagonist*innen zur Oper.

 

 

 

http://www.musiktheatertagewien.com/programm/opera-of-time

 

 

 

 

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https://www.wuk.at/programm/opera-of-time/

 

           
           

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KÜNSTLERISCHE LEITUNG / REGIE / KONZEPT / INSTALLATION                    Thomas J. Jelinek

MUSIKALISCHE LEITUNG / MUSIK KONZEPT                                             Jorge Sánchez-Chiong

 

 

 

CAST

 

Vocalist*innen / Performance:

Sopran                                                                                                                          Kaoko Amano

Sopran                                                                                                                      Bibiana Nwobilo

Popvoice, Interaktion u. Performance                                                                             David Kleinl

Text, Interaktion u. Performance                                                                          Anna Mendelssohn

Text, Interaktion u. Performance                                                                                  Max Hoffmann

Performance /  Interaktion                                                                              Aiko Kazuko Kurosaki

Performance /  Interaktion                                                                                          Brigitte Wilfing

 

Musiker*innen / Performance:

Klavier, Keyboards, Performance                                                                              Alfredo Ovalles

Multi-Perkussionist Performance                                                                  David Christoper Panzl

Live Elektronik und Turntables                                                                                                     JSX

Soundtrack  Aufnahmen                                              Orchestra Sinfónica Municipal de Caracas

Aufnahme- und musiklische Leitung                                                                 Alan González Peréz                             

Interaktive Installation                                                                                           Thomas J. Jelinek

Video-set und Digitalraum                                                                                               Peter Koger

Live-editing  / Live Video                                                                                  Michael Loizenbauer

Grafik und Visual-programming                                                                                 Kaira Kurosaki

Livekamera                                                                                                              Josef P. Wagner

Livekamera                                                                                                         Wolfgang Seehofer

Grafik / Konsulenz                                                                                   Thomas Wagensommerer

 

Soundkonzept / Tonmeister / Tontechnik                                                                   Florian Bogner

technische Koordination                                                                                              Roman Harrer

Regieassistenz                                                                                                             Linda Spetcu

 

 

 

Songtexte - David Kleinl, Brigitte Wilfing, Jorge Sánchez-Chiong

Texte - Karl Bruckschwaiger / Max Hoffmann / Thomas J. Jelinek / Marian Kaiser

 

Performance, support and special thanks to:

COMBINEGE (Moritz Gottschlak, Amelie Goetz) / Francesc Arambul Hueso / Faraz Saie /Dorotea Incognito / Zak Ray / Rainer Kütaru / Diana Nina Madlmayer / Ioana Grecu / Max Kaufmann / Christoph Hubatschke

                                                                             

 

Projektleitung / Management                                                                                      Fina Esslinger

 

Co-Produktion                                                                                                 Georg Steker (MTTW)

 

 

 

Produktion:  NOMAD

 

Koproduktion: MTTW - Musiktehatertage Wien 2019  und  WUK - performing art

 

 

cooperated support by: MediaOpera, Dynamic Projection Institute, TU-Wien, ODEON, MTTW



 

supported by:

 

MA7 KULTUR Stadt Wien, Bundeskanzleramt, Ernst v. Siemens Stiftung, Bösendorfer, MediaOpera,

 

 


 

 

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>Time is nature's way to keep everything from happening all at once < 

Graffito, Herrentoilette Austin Texas 1976

 

 

>Bei einem Fluß ist das Wasser, das man berührt, das letzte von dem, was vorübergeströmt ist, und das erste von dem, was kommt. So ist es auch mit der Gegenwart. <

Leonardo da Vinci (1452 - 1519)

 

 

 

 

 

ORDNUNGEN DER ZEIT
SIND
ORDNUGNEN DES RAUMS
SIND
ORDNUNGEN DER LEUTE
Ich denke auch an die außerordentlichen Jesuitenkolonien, die in Südamerika gegründet worden sind: vortreffliche, absolut geregelte Kolonien, in denen die menschliche Vollkommenheit tatsächlich erreicht war. Die Jesuiten haben in Paraguay Kolonien errichtet, in denen die Existenz in jedem ihrer Punkte geregelt war. Das Dorf war in einer strengen Ordnung um einen rechteckigen Platz an- gelegt, an dessen Ende die Kirche stand; an einer Seite das Kolleg, an der anderen der Friedhof, und gegenüber der Kirche öffnete sich eine Straße, die eine andere im rechten Winkel kreuzte. Die Familien hatten jeweils ihre kleine Hütte an diesen beiden Achsen, und so fand sich das Zeichen Christi genau reproduziert. Die Christenheit markierte so mit ihrem Grundzeichen den Raum und die Geographie der amerikanischen Welt. Das tägliche Leben der Individuen wurde nicht mit der Pfeife, sondern mit der Glocke geregelt. Das Erwachen war für alle auf dieselbe Stunde festgesetzt; die Arbeit begann für alle zur selben Stunde; die Mahlzeiten waren um 12 und 5 Uhr; dann legte man sich nieder, und zur Mitternacht gab es das, was man das Ehewachen nannte, d. h. wenn die Glocke des Klosters ertönte, erfüllte jeder seine Pflicht.

 

 

 

DIE ARBEITER VERLASSEN DIE FABRIK Zur Zeit der Industrialisierung wurden die Glocken von den Klöstern in die Fabriken getragen. Maschinenrhythmen verlangen nach einer höheren Auflösung der Arbeitsstunden. Aus der Fabrikordnung der Augsburger Kammgarn-Spinnerei von 1846: „Die Arbeitsstunden sind im Sommer von 5 Uhr Morgens bis Abends 7 Uhr, im Winter von 6 Uhr bis Abends 8 Uhr. Eine Glocke wird Morgens, eine halbe Stunde vor dem Anfange der Arbeit, die Öffnung der Fabrik ankündigen, das zweite eine halbe Stunde später erfolgende Läuten der Glocke verkündet das Beginnen der Geschäfte. Eine viertel Stunde später wird der Pförtner des Thor verschließen. Von diesem Augenblick an sollen alle Arbeiter sich an ihrer Arbeit befinden. Diejenigen, welche später kommen, werden nicht mehr eingelassen, und die Geldstrafe der Abwesenheit wird ihnen auferlegt.

 

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DER RAUM IST DIE BÜHNE DER ZEIT

 

Die minimalistische Medieninstallation ist ein Lichtraum

und akustischer 3D-Raum, in dem sich Publikum,

Akteur*innen und Musiker*innen frei bewegen können.

 

Die theatrale Installation wird ausschliesslich mit Licht

und Schallwellen geformt. Struktur und Information wird

mit Projektionen und Lichtsettings hergestellt.

Text, Videosequenzen und Bilder werden projiziert, und der Raum durch Licht und akustische Sound-cluster,

in Zeitabfolgen strukturiert.

Die Projektionen erzeugen sequenzielle Raumsimulationen

die sich aus generierten Bildern, Texten sequenziellem Filmmaterial, found-footage und Live-Bildern,

der Livekameras im Raum zusammen.

 

Im Raum befinden sich mit den Menschen nur Licht- und Schall-wellen (abgesehen von den Geräten diese herzustellen) und 

Z e i t .

 

 

 

 

 

 

 

Das Minkowski-Diagramm ist ein Raum-Zeit-Diagramm mit nur einer Raum-Dimension. Dabei wird eine Überlagerung der Koordinatensysteme für zwei gegeneinander mit konstanter Geschwindigkeit bewegte Beobachter dargestellt, sodass zu den Orts- und Zeitkoordinaten x und t, die der eine Beobachter zur Beschreibung des Geschehens verwendet, unmittelbar die des anderen x’ und t’ abgelesen werden können und umgekehrt. Aus dieser grafisch eineindeutigen Zuordnung von x und t zu x’ und t’ wird unmittelbar die Widerspruchsfreiheit zahlreicher scheinbar paradoxer Aussagen der Relativitätstheorie ersichtlich.

Im Prinzip lässt sich dem Minkowski-Diagramm eine weitere Raumdimension hinzufügen, sodass eine dreidimensionale Darstellung entsteht. In diesem Fall werden die Bereiche von Vergangenheit und Zukunft zu Kegeln, deren Spitzen sich im Ursprung berühren. Sie werden als Lichtkegel bezeichnet.

 

 

 

 

 

 

Durch den Raum schweifende Lichtkegel legen immer neue Inhalte, Bilder und altes Dokumentarmatierial am Boden und den Wänden frei. Fokusieren Protagonist*innen und Teile von Geschehnissen im Raum, die vom Publikum zu immer neuen Handlungsstängen, Kausalketten einer sich wiederholenden Sequenz eins Ablaufs einer Party, zusammengesetzt werden können.

 

 

 

 

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WHAT TIME IS NOW? Nach dem Ausbau der Straßen und Eilpostrouten in den 1820er-Jahren beklagte die Württembergische Post den „fortwährend ungleichen Gang der Kirchen-Uhren in der Haupt- und Residenzstadt Stuttgart“. Das Innenministerium des Königreichs Württemberg verfügte deshalb am 3. Dezember 1828 in einem Erlass an die Kreisregierungen die Vereinheitlichung der Zeit innerhalb der größeren Städte, die durch Postkutschen verbunden waren: Alle öffentlichen Uhren innerhalb dieser Städte sollten „stets gehörig nach dem Sextanten gestellt und gerichtet werden“. Mit dem Sextanten wurde die Höhe der Sonne über dem Horizont gemessen, um an ihr die genaue Ortszeit zu ermitteln. Problematisch wurde diese Praxis durch die Einführung der Eisenbahnen - vor allem für die Erstellung einheitlicher Fahrpläne. Wenn die Uhren im österreichischen Bregenz den Mittag anzeigten, war es in Romanshorn am Schweizer Ufer 11.32 Uhr. Zum gleichen Zeitpunkt war es im bayerischen Lindau 11.49, im württembergischen Friedrichshafen 11.39 und im badischen Konstanz 11.36.

 

1890 einigte sich der Verein deutscher Eisenbahnen auf Zonenzeit. Am 1. April 1893 trat um Mitternacht die Mitteleuropäische Zeit auch ins bürgerliche Leben. In Sachen Zeit war nun alles vorbereitet für die 8 Uhr Tagesschau. Telegraphennetze schickten Zeitsignale von Referenzuhren durch Land und Länder und wurden damit grundlegend für die Synchronisierung der Zeit. Die Referenzuhr schlechthin steht im 1875 gegründeten Internationale Büro für Maß und Gewicht bei Paris. Zumindest wird hier die internationale Atomzeit berechnet – ebenso wie das Urkilogramm und der Urmeter.

 

60 Hudson Street, N.Y. Data Center. 9. Stock. 15.000 square feet of server space, powered by a 10,000 Amp DC power plant, fueled by 300,000 liters of oil from tanks in and on the building. Das ist 2012. Inzwischen stehen 19 weitere Datencenter im Gebäude. Und die Matching Engines der New Yorker Börse, in denen die Transaktionenen zwischen Buyer und Seller tatsächlich stattfinden. Knapp eine Meile entfernt von der Wall Street bieten die Glasfaserleitungen Millisekundenvorteile ORDNUNGEN DER ZEIT SIND ORDNUNGEN DES RAUMS im internationalen High Frequency Trading. Die Farben der Backsteine der Außenhülle des Gebäudes verändern sich von unten nach oben von dunkel zu hell in 19 diskreten Abstufungen. Deutscher Expressionismus trifft Art Deco. Seit 1928. Aber da heißt der Bau, der einen gesamten Block zwischen Hudson Street Thomas Street, Worth Street and West Broadway einnimmt noch ‚Western Union Building’. 1941 filmt LAST TRAIN TO TRANSCENDENTRAL. Fritz Lang den Western ‚Western Union’. In Deutschland: ‚Überfall der Ogalalla’. Die Morsecodes der Telegraphenlinien, die im Film stets westwärts gezogen werden (und die Postkutschengesellschaft ‚Western Union’ zur Telegraphengesellschaft ‚Western Union’ umschreiben) ziehen anscheinend in die deutschen Indianerphantasien ein, die hier dem Fortschritt zungeschnalzend im Wege stehen (Kriegsgeschrei, der deutschen Tonspur: „Ogalalalalalala“). Der singende Draht, um den es hier geht, (vgl. Lucky Luke, Bd 18) läuft jedenfalls seit 1930 in der 60 Hudson Street zusammen. Als ‚Western Union’ 1973 nach New Jersey umzieht, liegen 70 Millionen Fuß Kabel im Gebäude und die Firma hat begonnen, international Geld zu kabeln. IN GOD WE TRUST. ALL OTHERS MUST PAY CASH.

 

Marian Kaiser

 

 

Einstein sagt ja schon, was die Zeit ist: Eine Messung. Nicht die Zeit wird gemessen, sondern in der Messung erst konstituiert sich die Zeit.